Ich liebe es ja, Rezepte so zu kochen, wie sie ursprünglich gedacht sind. Meine Spaghetti Carbonara mache ich immer nach dem italienischen Original – ohne Sahne, ohne Schinken, dafür mit frischem Ei und Parmesan. Auch meine Bolognese und Lasagne basieren auf klassischen italienischen Rezepten und sind so, wie eine Nonna sie machen würde.
Was einem bewusst sein sollte - beide Gerichte brauchen Zeit. Natürlich kann man sie schneller machen, aber sie werden besser, je länger man sie kocht. Ich koche sie ohne Abkürzungen, sondern die richtige Fleischsauce und eine echte Béchamel. Der Gedanke, Milch in eine Tomatensauce zu geben, klingt im ersten Moment wirklich seltsam, aber genau das macht die Sauce so unglaublich cremig und rund. Die Italiener wissen einfach, wie es geht.
Für mich ist Lasagne eines dieser Gerichte, bei denen man schon beim Kochen weiß, wie gut es später schmecken wird. Der Duft, die Farbe der Sauce, das Schichten – das hat etwas richtig Beruhigendes. Und genau deshalb mache ich sie so gerne nach Originalrezept, weil man am Ende ein Gericht bekommt, das sich genauso anfühlt wie ein gemütlicher Abend in einer kleinen italienischen Trattoria.
Zutaten:
- 500 g Hackfleisch
- 50 g Pancetta
- 400 g passierte Tomaten
- 2 - 3 Zwiebeln
- 1 Karotte
- 1 Stangensellerie
- 700 ml Milch
- 65 g + etwas Butter
- 25 g Mehl
- 1 EL ÖL
- 1 EL Tomatenmark
- 1 Loorbeerblatt
- Muskatnuss
- Salz und Pfeffer
- 8 - 12 Lasagneplatten
- 150 g Parmesan
- Bolognese-Gewürz
Zuerst wird die Fleischsauce gemacht. Dafür erhitzt man 1 EL Öl in einem Topf und brät den Pancetta (falls man keinen bekommet, gehen hier auch Baconwürfel) darin an. Ich esse ja keine Zwiebeln, aber in so einer Sauce gehören sie einfach dazu. Deshalb nutze ich getrocknete Zwiebeln und gebe ca. 2 EL rein. Wer frische Zwiebeln mag, nimmt laut Originalrezept 2 bis 3 Stück. Eine Karotte und eine Selleriestaude werden normalerweise fein gewürfelt, aber ich hatte nur Karotten da und habe deshalb einfach etwas mehr davon genommen. Das funktioniert genauso gut.
Wenn die Baconwürfel ein paar Minuten angebraten sind, gibt man 20 g Butter dazu und dann die Zwiebeln und Karottenwürfel. Alles gut vermischen und mindestens 3 Minuten dünsten lassen. Das Gemüse sollte gut mit dem Fett überzogen sein. Als Nächstes kommt das Hackfleisch in den Topf, sowie etwas Salz und Pfeffer. Das Fleisch so lange anbraten, bis es braun und krümelig ist. Dann den EL Tomatenmark dazugeben und gut unterrühren.
Jetzt kommt der Teil, der für viele ungewöhnlich klingt: Die Sauce wird mit 200 ml Milch abgelöscht. Ich war beim ersten Mal echt skeptisch, aber es funktioniert perfekt. Die Milch einkochen lassen – das dauert ein bisschen, also Geduld. Zum Schluss kommen die passierten Tomaten, das Lorbeerblatt und etwas Bolognese-Gewürz dazu. Alles gut verrühren und die Sauce mindestens 20 Minuten köcheln lassen. Wie bei italienischen Rezepten üblich gilt: je länger, desto besser. Ich habe sie mehrere Stunden köcheln lassen. Zwischendrin immer mal wieder umrühren und bei Bedarf etwas Milch oder Wasser zugeben. Abschmecken.
Während die Fleischsauce fertig köchelt, heize ich den Ofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vor. Für die Béchamel 25 g Butter in einem Topf schmelzen lassen. Dann 25 g Mehl dazugeben und mit einem Schneebesen einrühren, damit keine Klümpchen entstehen. Nach und nach die 500 ml Milch dazugeben und immer weiter rühren. Das Ganze kurz aufkochen lassen, bis es eindickt. Etwas Salz, Pfeffer und Muskatnuss dazugeben.
In die Auflaufform kommen zuerst 2 EL Béchamelsauce, die man gut verteilt. Darauf kommt die erste Schicht Lasagne‑Platten. Bei mir waren es 2 ganze und eine halbierte. Auf die Platten kommen 1–2 Schöpflöffel der Fleischsauce, die gleichmäßig verteilt wird. Darauf 2–3 EL Béchamelsauce. Dann wiederholen, bis beide Saucen aufgebraucht sind. Abschließen mit der Béchamelsauce und darauf den geriebenen Parmesan (auch hier kann man zu anderem greifen, falls man Parmesan nicht mag oder ihn nicht da hat. Bei mir würde es geriebenen Mozzarella.) verteilen.
Die Auflaufform in den vorgeheizten Ofen stellen und alles ca. 30 Minuten backen lassen. Danach die Lasagne noch 10 Minuten stehen lassen. Sie schneidet sich perfekt, die Platten sind komplett durch und man bekommt ein richtig schönes Stück aus der Form, ohne dass die Sauce herausläuft.
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