Dienstag, 18. Mai 2010

Bericht in eigener Sache

Nachdem nun doch einige Zeit vergangen ist und viele Freund nachgefragt haben, habe ich mich entschieden doch mal etwas über mich und die vergangene Zeit zu schreiben.

Also...ich erinnere mich ganz normal an Donnerstag, 6.5.2010. Ich habe Abends die Katzen meiner Schwägerin in Spee gefüttert und bin ganz normal mit Schatzi ins Bett. Morgens um 5.30 Uhr bin ich mit Schatzi aufgestanden. Er ist dann zur Arbeit und ich wieder ins Bett. :P

Danach kommt dann erst mal eine Riesen Gedächtnislücke. Ich weiß erst Samstagabend wieder richtig etwas.


Was passiert ist habe ich durch Ärzte, Berichte und meinen Unfallgegner erfahren. Ich muss ganz normal zur Arbeit gefahren sein und auf halbem Weg muss irgendetwas passiert sein das mich abgelenkt hat oder sonst was. Ich bin dann auf die Gegenfahrbahn gekommen und dort mit jemand anderem frontal zusammengestoßen. Er hat mir erzählt das er auch kurz weg war, aber dann sobald er wieder bei Bewusstsein war hat er die Polizei gerufen. Es kam dann ein Auto an uns vorbei und der Fahrer war durch Zufall ein Feuerwehrmann. Er kam gleich zur Hilfe. Es kamen 4 Einsatzwagen und 20 Leute. Ich musste aus meinem Wagen geschnitten werden, also muss ich wohl net erwähnen das mein Auto Totalschaden hat. :P Das Auto meines Gegenübers ist vorne eingedrückt und somit auch komplett kaputt.


Ich wurde mit einem Hubschrauber nach Würzburg gebracht (ca 45 min mit dem Auto). Dort war ich laut Papieren ansprechbar. Ich wurde versorgt und dann in ein künstliches Koma gelegt, da ich so einiges kaputt hatte.

Ich bin am Samstag so halb aufgewacht und dachte ich sei am träumen....das ein paar mal. Es war erst abends bis ich so richtig bewusst wach wurde. Schatzi war Gott sei Dank an meiner Seite. Er war zwar am weinen, aber es beruhigte mich das er bei mir war.

Nach und nach habe ich dann erfahren was alles war und was ich alles an und in mir hatte. Eine meiner Rippen war gebrochen. Meine Lunge rechts kollabiert. Dort hatte ich einen Schlauch drin. Ich hatte wo der Gurt war überall Striemen und Schnitte. Oben am Kopf hatte ich auch eine Wunde. Wahrscheinlich vom Aufprall mit dem Airbag oder mit dem Lenkrad. Ich hatte eine Narbe mit Fäden über dem rechten Auge und oben am Kopf einen weiteren Schlauch drin. Oben an der Schulter war noch ein Schlauch. Dort bekam ich Medizin. In beiden Händen hatte ich je 2 Schläuche. Der letzte war dann der Katetar. Alles tat mir weh und ich habe eigentlich nur halb mitbekommen was war.

Ich habe wenig gegessen und viel Medizin genommen. Abends kam dann leider das wenige was ich gegessen hatte wieder hoch. Die nächsten Tage sind nur halb da. Viele Leute die rein und rausgingen. Viele Ärzte die mich untersuchten und mir Blut abnahmen und mir Medizin gaben.

Montag wurde ich dann endlich auf ein normales Zimmer gebracht...weg von der Intensivstation. Dort war ich erst mal allein und meine Erinnerungen sind ab da auch klar. Es waren feste Schwestern und alles ging nach Plan. Visite...Essen...Blut Abnahme...etc. Wohl fühlte ich mich net wirklich. Ich bin jemand der sein Zuhause braucht. Dienstag bekam ich dann eine Zimmernachbarin. Gott sei Dank eine nette mit der ich sofort gut auskam. Ich bekam noch sehr hoch dosierte Medizin und gegessen habe ich kaum. Ich schlief schlecht und fühlte mich einfach unwohl.

Schatzi kam zwar zu Besuch...mein Chef auch, der über den Unfall aus der Zeitung erfahren hatten...und auch meine beste Freundin kam, aber ich war trotzdem ja nicht daheim. Am Donnerstag bin ich dann zusammengebrochen. Ich konnte nicht aufhören zu weinen und wollte nur noch Heim. Mein Arzt telefonierte sogar mit Schatzi und beide probierten mich zu überreden. Brachte nur nix, also drohte mir der Arzt damit das wenn ich gehen wollte das er mich in die Psychiatrie einweisen müsse. Schatzi kam und er brachte mich zur Vernunft. Ich blieb also noch. Meine Zimmernachbarin und ich bestellten uns abends eine Pizza und ich habe das erstemal richtig gegessen. Das hat doch echt geholfen. Danach ging es bergauf. Ich probierte vorsichtig einige Schritte zu laufen und zu sitzen. Ging recht gut. Am Freitag kam der letzte Schlauch raus und ich konnte ganz allein ins Bad. Ich war recht lebhaft, obwohl ich echt schlecht geschlafen hatte. Die Visite kam und der Arzt war recht zufrieden mit mir. Ich sagte ihm also das ich Heim wollte...egal was. Er sagte das er sich da Sorgen machen würde und ich erklärte ihm das das net sein müsste. Ich wäre daheim ja nie allein und hätte alles was ich brauchte. Also stimmte er zu und ich rief gleich Schatzi an.

Ich wurde nochmal durchgecheckt und die Fäden über dem Auge wurden gezogen. Ich habe mich vorsichtig angezogen und Schatzi hat mich ins Auto gepackt. Die Heimfahrt war eine totale Qual, obwohl er sein bestes tat um vorsichtig zu sein.

Mir war allerdings alles egal..ich war nur so froh wieder heimzukommen. Zuhause haben wir dann erst mal ein Bett im Wohnzimmer aufgebaut, da Treppen steigen noch net drin ist. Ich bin dann erst mal in die Wanne, wo Schatzi mir Haare gewaschen hat und sich um meine Wunden gekümmert hat. Danach habe ich etwas gegessen und erst mal geschlafen....mit meinen Katzen. :P

Nun sind einige Tage vergangen und es geht mir von Tag zu Tag besser. Ich habe zwar viel...viele...VIELLLLLEEEEEE Flecken die in allen Farben schillern. Bücken oder heben ist noch net drin und schlafen ist immer noch mit Schmerzen verbunden. ABER..Schatzi kümmert sich super um mich und auch der Rest der Familie ist immer da. Meine Katzen geben mir viel Liebe und ich bin auf dem Weg der Besserung.

Kommentare:

  1. Oh man, da hattest du ja richtig Glück im Unglück gehabt. Wünsche dir, dass es schnell wieder bergauf geht und du dich von dem ganzen Erlebten schnell erholen kannst. Alles Gute!

    Toll, dass sich dein Schatzi so super um dich kümmert!

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  2. Oh man...mir kommen richtig die Tränen wenn ich das lese =( ich bin froh, dass dir nicht schlimmeres passiert ist!!

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